Über politische Berichterstattung – Kommentar eines syrischen Geflüchteten


In der Regel ist es wirklich schwierig, Presseberichte aus Konfliktgebieten zu erstellen. Der Journalismus ist heute mehr als früher mit Risiken wie Mord und Festnahmen durch un-demokratische Regierungen und terroristische Organisationen verbunden. Viele Journalisten haben ihr Leben verloren, während sie die Fakten zu ermitteln versuchten. Als Beispiel gilt die Ermordung der amerikanische Journalistin Marie Colvin in der syrischen Stadt Homs nach dem schweren Beschuss der Stadt im Jahr 2012.


In Deutschland wird nur wenig über Syrien berichtet. Falls eine Berichterstattung stattfindet, geht es meistens um den Einsatz chemischer Waffen durch die syrische Armee. Dies erweckt den Eindruck, als ob Menschen dort nur mit chemischen Waffen getötet werden. Außerdem übermitteln sie oft lediglich die offiziellen Mitteilungen der Regierung. Dafür gibt es zwei Gründe: Meistens erledigen die Journalisten ihre Aufträge von Ländern, die nur in der Nähe Syriens liegen, wie der Türkei. Und wenn sie vor Ort sind, werden sie vom Geheimdienst beaufsichtigt. In diesem Fall würde die Wahrheit von der Regierung bestimmt werden.


In diesem Zusammenhang mag es wichtig sein, über die Reise einiger deutscher Parlamentarier nach Syrien und ihr Treffen mit dem Großmufti, der Europa vorher mit den Selbstmordattentätern bedroht hatte, zu sprechen. Dieser Besuch wurde von den syrischen sowie russischen Medien als offiziell betrachtet und als volle Anerkennung für den Präsidenten Syriens, der Tausende seiner Landsleute getötet hat, beschrieben. Die deutsche Regierung hat dies bestritten.


Natürlich haben die Parlamentarier versucht, die Situation dort als normal und Nachrichten von diversen Massakern dort als Lügen darzustellen, da sie so politischen Gewinn in Deutschland erzielen wollten. Dass sie dabei jedoch nicht wussten, dass ihr Besuch nur benutzt wurde, um den Ruf dieses kriminellen Regimes aufzuhellen und ihm internationale Anerkennung zu geben, ist die große Tragödie. Zu allem Überfluss wurde der Präsident als „Retter der Welt“, der uns vor terroristischen Gruppen schützt, beschrieben. Trotz der Tatsache, dass er von der syrischen Bevölkerung mehr Menschen getötet hat, als die sogenannten terroristischen Gruppen. Dieses Regime ist der Hauptgrund für die Flucht von etwa 10 Millionen Syrern.


Amir

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